Isle of Man: Tourist Trophy 2006 - ein Reisetagebuch
von Bender_74
Dauer: 3 Wochen Länge: ca. 3.500 km Teilnehmer: Bender_74 & Speedy Gonzales




Die Tourist Trophy auf der Isle of Man ist - nach der Rallye Paris - Dakar - das bekannteste Rennen der Welt und wohl auch das skurrilste. Nicht nur die Bevölkerung der crown dependancy (autonomer Kronbesitz) fühlt sich diesem Motorsportereignis verbunden. Jedes Jahr machen sich auch zigtausende Fans mit ihren Bikes auf zur Isle of Man um Teil dieses Spektakels zu werden. Doch nicht nur die Rennen locken, sondern auch eine fantastische Landschaft mit herrlichen Motorradstrecken inmitten der irischen See. Grund genug, der Isle of Man oder Ellan Vannin, wie sie auf Manx Gaelic heisst, einen Besuch abzustatten.

Drei um 120 Grad versetzte, im Uhrzeigersinn laufende Beine bilden das Triskel (Dreibein). Es ist das Symbol der Insel Man. Umrahmt wird das Triskel von dem lateinischen Satz "Quocunque jeceris stabit", was übersetzt heisst: "Wie du es auch wirfst, es wird stehen". Diese Formulierung bezieht sich auf die Standhaftigkeit der Inselbewohner: ein Manx landet immer auf den Füssen, egal was passiert. Das Triskel findet sich nicht nur auf der Nationalflagge (weisse Triskel auf rotem Grund) und dem Autokennzeichen, sondern an sehr vielen Orten auf der Insel. Kurioserweise läuft es ab und an auch mal falsch herum, so beim IOM - Harbour Comissioner und bei dem grössten Wasserrad der Welt - Der Lady Isabella.


27.05.2006
Die Anreise verlief gut. Zuerst über die Autobahn nach Oostende und dann über eine sehr schöne Küstenstrasse nach de Panne und weiter nach Calais. Die Fähre war eine angenehme Pause. Leider lagen die White Cliffs of Dover total im Nebel. Weiter ging es dann die Küste entlang nach Christchurch zu unseren Freunden.


28.05.2006

Heute haben wir eine Tour durch das Hinterland gemacht über Strassen die wir ohne die Kenntnisse unserer Freunde nie gefunden hätten.


29.05.2006
Historic Dockyards in Portsmouth
Wir waren bei gutem Wetter mit den Bikes in Portsmouth. Eine militärisch geprägte Stadt, in der etwa 50 % der Schiffe der Royal Navy stationiert sind, unter anderem alle britischen Flugzeugträger. Portsmouth ist somit einer der wichtigsten Militärhäfen Europas. Bei einer Hafenrundfahrt kann man jede Menge Schiffe der Marine an ihren Liegeplätzen bestaunen und die HMS Exeter erlaubt sogar Besucher an Board. Eine richtig interessante Sache, wenn man kein Problem damit hat, dass in diesem schwimmenden "Ausstellungsstück" Männer im Flecktarnanzug und mit automatischen Waffen den Ordnungsdienst übernehmen. Waren aber alle recht freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend. Im Bild zu sehen ist die HMS Warrior, eines der ersten Kriegsschiffe mit Stahlrumpf und unter Segeln und Dampf. Die Warrior war zu ihrer Zeit (1860) das wohl mächtigste Kriegsschiff und vielleicht aus diesem Grund wurde während ihrer aktiven Dienstzeit nie ein Schuss unter Kriegsbedingungen von Ihr oder auf sie abgefeuert. Leider war ihre Zeit aufgrund der rasanten technischen Entwicklung bereits 15 Jahre nach Indienststellung wieder vorbei und fortan fristete sie ihr Dasein u.a. als schwimmender Treibstofftank bis sie im Jahre 1979 restauriert wurde. Nichtsdestotrotz bietet dieses Schiff einen guten Einblick in das Leben auf See Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts. Und wer nicht ganz so gross ist wie ich, hat auch keine Probleme, sich auf den niedrigen Decks zu bewegen. Für mich wäre das aber nix gewesen. Im "historic dockyard" befindet sich auch noch die HMS Victory, die ebenfalls einen Besuch lohnt und das nicht nur, weil ihre Decks noch niedriger sind als die der Warrior, sondern weil dieses Linienschiff das Flaggschiff von Admiral Nelson in der Schlacht von Trafalger war (Sieg gegen die Spanier und Franzosen), auf dem er in dieser Schlacht auch den Tod fand. Die Altstadt von Portsmouth bietet leider nicht so viele touristische Attraktionen, da diese aufgrund des militärischen Charakters der Stadt immer wieder Ziel deutscher Bombenangriffe im Krieg war. Aber wenn man nur einen Tag in Portsmouth verbringt, schafft es die Seefahrt, einen so sehr in den Bann zu ziehen und zu beschäftigen, dass man eh zu nichts anderem mehr kommt und froh ist, wenn man abends in dem Pub gegenüber der Dockyards die Beine ein wenig lang machen und ein Pint geniessen kann, bevor es mit der Ville zurück nach Christchurch geht.


30.05.2006
Bikertreffen in Poole/ GB
Im Sommer findet in Poole jeden Dienstag ein Bikertreffen am Quay statt. Vor malerischer Hafenkulisse präsentieren sich je nach Wetterlage bis zu 300 Bikes und ziehen bis zu 1000 Biker die die umliegenden Parkplätze bevölkern in ihren Bann. Um für so eine Grossveranstaltung (und die ist es, bei der engen und verkehrstechnisch ungünstig gelegenen Hafenpromenade) eine Lobby zu bekommen, die ein wöchentliches Auflaufen einer Horde Biker inmitten touristischer Zivilisation toleriert oder sogar noch befürwortet, haben sich die Veranstalter was geschicktes einfallen lassen: Für jedes Bike wird 1 GBP bezahlt. Das ist kein Eintritt, sondern eine "freiwillige Gabe", ohne die man allerdings nicht mit dem Bike auf das Gelände kommt. Diese Einnahmen werden dann für einen guten Zweck gespendet. Jeder, der sich dann über Staus, Lärmbelästigung und Bikerscharen aufregt um das Treffen zu schliessen muss sich also erst einmal die Frage gefallen lassen, ob er denn zukünftig auch bereit wäre wöchentlich 800 GBP zu spenden, wenn die Spenden des Bikertreffens wegfallen. Aus diesem Grund hat das Treffen eine sehr gesicherte Existenz, vor allem da es kaum Kosten für die Stadt in Form von Polizeipräsenz oder Ordner gibt. Und was es da für tolle Ausstellungsstücke gibt...

... endlich mal wieder eine Norton (wer weiss wie viele Motorräder der im Frühjahr 2006 endgültig in den Konkurs gegangenen Marke wir noch sehen werden?)...

... stilvoll zur letzten Ruhestätte reisen. Welcher Biker wünscht sich nicht so ein Konstrukt für die letzte Tour. Ich schon!...

... letztendlich noch ein Bild von einer evtl. Urururahnin der Deauville. Es ist alles da: integrierte Koffer, Topcase, hohe Scheibe und die elegante Linienführung. Wenn mir jemand sagen kann, um was für eine Kuriosität es sich hierbei handelt... nur zu, lasst mich nicht dumm sterben.
Das war nur ein kleiner Einblick in die Welt des Bikertreffens Poole. Es gibt hier leider nicht genug Platz, um all die liebevoll lackierten, restaurierten, gepflegten, umgebauten Bikes zu präsentieren, aber im nächsten Jahr werde ich mal über einen eigenen Bericht zu diesem Festival nachdenken.


31.05.2006
Überfahrt nach Douglas/ Isle of Man
Die Tourist Trophy (TT) ruft und wie wie dem Ruf der Sirenen müssen wir auch diesem folgen. Die Zeit ist knapp bemessen und so wird es keine gemütliche Fahrt gen Norden nach Liverpool sondern eine Kilometerfresserei. Aber die Aussicht auf das Paradies der Motorradfahrer lässt die Maschinen beinahe von selbst rennen. Je weiter wir Richtung Liverpool kommen, desto mehr Motorradfahrer mit gleichem Ziel begegnen uns. Ich weiss einfach, das es so ist. Es ist diese Vorfreude, der Geist der Tourist Trophy der von Fahrspur zu Fahrspur springt, der mich sicher wissen lässt, diese Bikes bald wiederzusehen. Und so kam es auch... Eine typische Fähre während der Tourist Trophy: Es dreht sich alles ums Bike. Auf der Überfahrt bekommt man schon mal einen Eindruck mit welcher Couleur man sich die nächsten zwei Wochen vertreiben wird. Da sind die langbärtigen Chopperfahrer, die aussehen, als hätten sie auch schon die letzten 2 Wochen auf ihrem Bike gelebt, dann die Harleyfraktion, von Kopf bis Fuss ausgestattet mit Harley-Sonnenbrille, Harley-Jacke, Harley-Hose, Harley-Boots, Harley-T-Shirt usw. Wenn man schon so ein teures Bike fährt, dann soll das auch wenigstens jeder sehen, gelle. Mir geht nur durch den Kopf, ob diese Leute ihren Kaffee noch weiter trinken werden, wenn sie feststellen, dass der Pappbecher kein official licensed Harley Produkt ist? Egal, als Rechtsanwalt ist man Tiefschläge des Lebens sicher aus der Klientel gewohnt. Bevor ich meinen Gedankengang beende kommt auch schon die nächste Fraktion in Sicht: Die Racer: was im ersten Moment aussieht als wenn die Kreisgruppe haltungsgeschädigter Biker nen Betriebsausflug macht, entpuppt sich als gnadenlos auf Aerodynamik getrimmtes Rennsuit, bei dem ergonomische Überlegungen auf der Jagd nach 100stel Sekunden keinen Platz haben.
Sowas kann schon auf nem Bike nicht sonderlich bequem sein, aber in freier Natur, auf ganz normalen Sesseln muss es einfach die Hölle sein. Gegen Mitte der Überfahrt bestätigt sich diese Überlegung: Jede Bewegung quittieren sie mit einem schmerzverzerrten Gesicht. Ich denke, dass sie glücklich sein werden, wenn der Kran sie wieder in ihre Kawas hebt und der Rausch der Geschwindigkeitsübertretung die Qual des Outfits wenigstens ein bisschen rechtfertigt. Doch was sehen meine Augen: Eine ganze Gruppe Irokesen... zumindest auf dem Helm. Hab ich dazu ne Meinung? Witzig und mit Sicherheit billiger als das Einheits-HD-Outfit. Schnell geht die Zeit um, wenn man sich mal bewusst auf seine Mitmenschen konzentriert. Ach ja, einen Exoten habe ich auch noch getroffen, direkt im Sitz neben mir: da sass tatsächlich eine Frau, die geschäftlich in London zu tun hatte und diese Fähre als Footie (Passagier ohne Motorrad) nutzte. Belohnt wurde die Warterei dann aber doch: Die Ankunft auf der Isle of Man bei strahlendem Sonnenschein war eine leise Ahnung, welches Wetter uns 2 Wochen lang begleiten sollte. Wir hatten Museen als Schlechtwetterprogramm eingeplant... und wir haben nicht ein einziges besucht!


01.06.2006
Am ersten Tag geht es direkt auf die Strecke. Schliesslich hat man bei dem Mountain Kurs die Möglichkeit jeden Meter (sorry: Yard) des heiligen Bodens nachzufahren. Denn ausserhalb der Trainings- und Rennwoche handelt es sich bei diesem Kurs um ganz normale Strassen, die für jeden zugänglich sind.Teilweise sogar um Hauptverkehrsstrassen, so dass man sich vorstellen kann, wie sehr die Tourist Trophy das Leben der Bewohner der Isle of Man beeinflusst. Rund um den Kurs gibt es drei Stellen, von denen Radio TT live von der Tourist Trophy überträgt: Grandstand, Glen Helen und Ramsey. Radio TT ist die Stimme der Insel wenn es um das Rennen geht, denn anders als bei herkömnmlichen Motorradrennen ist nicht der Führende automatisch erster. Es wird nämlich im 10 Sekunden-Takt gestartet, so dass durchaus auch mal ein Starter im Mittelfeld der Schnellste sein kann. Und um up-to-date zu bleiben, empfiehlt sich ein Mittelwellenradio mit 1368 kHZ (übrigens wird zeitweise auch ein deutsches Programm gesendet) Hier im Bild ist die Moderatorenbox von Radio TT bei Glen Helen.
Der Mountain-Kurs der Tourist Trophy ist ein Traum. Man muss sich entscheiden, ob man den Kurs etwas flotter fahren will (was angesichts der ganzen von hinten ankommenden Renner sogar eher ein Sicherheitsaspekt ist als langsameres fahren ) und dafür Teile der wunderschönen Landsschaft nur kurz aus dem Augenwinkel wahrnimmt weil die Strecke die volle Konzentration erfordert, oder unter touristischen Gesichtspunkten gemütlich cruist und dafür dann im Sekundenrhythmus von deutlich schnelleren Motorrädern (auch in Kurven und teilweise gleichzeitig 2 Stück) überholt wird. Obwohl der Kurs ausserhalb der Trainings- und Rennzeiten eine ganz normale Strasse mit Verkehr in beiden Richtungen ist, sollte man gegen die Kursrichtung nur sehr vorsichtig unterwegs sein, denn einige Nichtinsulaner vergessen das ganz gerne.
Abends stand dann ein Highlight der Tourist Trophy an: Alice Cooper in der Villa Marina! Das ist eine sehr kleine Konzerthalle (ich schätz mal so um die 3.000 gehen da rein, aber bei 76.000 Insulanern brauch man auch nichts Grösseres). Es war also eine sehr familiäre Atmosphäre und da das Konzert nicht ausverkauft war, gab es keine Probleme mit dem Pint of Beer in der Hand bis in die vordersten Reihen zu kommen. Ich frage mich nur, ob das Pfeifen in den Ohren jemals wieder nachlässt.
Anschliessend waren wir noch in Bushy's Tent. Einem Pub, der seitdem das Gebäude am Hafen an eine Bank verkauft wurde nun ggü auf dem Parkplatz in einem Zelt residiert; zumindest für die 14 Tage, die die Tourist Trophy dauert. Aber das Zelt ist jeden Abend gerammelt voll und jeden Abend gibt es live Musik. Erstaunlich ist, wie gelassen die örtliche Polizei mit dem ganzen Spektakel umgeht. Gestern hatten wir einen Polizisten erlebt, der die Lizenz der Band, bis Mitternacht zu spielen mal eben dadurch verlängert hat, dass er selber auf die Bühne kam und gesungen hat. Und das sogar richtig gut.

02.06.2006
Heute stand ein Besuch im Fahrerlager an. Wahnsinn!!!! Man kann direkt bei den Arbeiten an den Bikes zuschauen.Nichts ist abgesperrt, kein Eintritt...Es ist halt alles eine riesige Party hier. Danach haben wir es endlich geschafft die "Fairy Bridge" zu besuchen. Der Sage nach leben dort die "Little People" (den Namen Fairies mögen sie nicht) und sie wollen bei jeder Ankunft auf Man begrüsst werden. Tut man das nicht, kehrt man (der Sage nach) nicht wieder nach Man zurück. Das können wir TT-Infizierten nicht riskieren. Die Fahrt zur Fairy Bridge haben wir dann bis nach Castletown ausgedehnt, welches im Süden der Insel liegt. Ein echtes Postkartenidyll. Dazu traumhaftes Wetter jenseits der 20 Grad, da liessen wir es uns am Hafen auf einer Bank im örtlichen Pub bei einem Pint of Cider gutgehen , bevor wir zu unserem Duty mussten: Sven und ich sind jetzt nämlich auch TT-Marshalls (Streckenposten) und gestern hatten wir unseren ersten Einsatz. Die Marshalls sind für die Strassensperrungen und den Flaggenservice sowie für die 1. Hilfe bei Unfällen und die Streckenfreiräumung zuständig. Es kommen pro Rennen ca. 1500 Marshalls an ca. 200 Streckenpunkten zum Einsatz.Wir wurden dem Team auf der Quarterbridge Road zugeteilt, einem langen graden Hügel, direkt nach Bottom of Bray Hill und vor Quarterbridge. Erst mussten wir eine Seitenstrasse für den Verkehr sperren und dann warteten wir auf die Maschinen. Es ist ein geiles Gefühl, wenn man neben sich die 1000er mit ca. 240 km/h im Wheelie vorbeirasen sieht, nichts zwischen sich und den Bikes als eine Bordsteinkante. Zum Glück ist in unserem Abschnitt nichts ernstes passiert, wir mussten nur einmal eine etwas verwirrte ältere Dame daran hindern, sich das Rennen direkt von der Strasse aus anzusehen (manche Leute kommen auf komische Ideen). Dieses letzte Training markierte gleichzeitig das Ende der Trainingswoche. Die Bilanz: 3 Verletzte. Der Japaner Jun Maeda (12) und der Ire Seamus Greene (22)- beides Superbikefahrer - hatten am Montag eine Kollision 3 Meilen nach dem Start bei Union Mills. Die Maschinen fingen Feuer und das Training musste für etwa 1 Stunde unterbrochen werden. Maeda hat einen Halswirbelbruch und wird wahrscheinlich vom Kopf an gelähmt bleiben. Greene hat schwerste Kopfverletzungen und sein Zustand ist sehr kritisch. Auch für den 11maligen TT-Winner Dave Molyneux (Startnummer 1), lokaler Seitenwagenpublikumsliebling, ist die Motorradkarriere nach einem schweren Unfall beim Training am Donnerstag beendet. Neben Verbrennungen zog er sich mehrere komplizierte Brüche zu.


03.06.2006
Heute startet das härteste Rennen der Welt: Das TT Superbike Race über 6 Runden (364 km). Um möglichst viele Streckenpunkte im Laufe der TT zu sehen sind wir nach Kirk Michael gefahren. Dort konnten wir abwechselnd im Gras liegend dem Rennen zuschauen oder uns vor dem Pub "The Mitre" auf den zahlreichen Bänken bei nem Pint of Cider das Rennen ansehen. John McGuinness deutete bereits im Training durch zwei inoffizielle neue Rundenrekorde seinen Führungsanspruch an, aber was dann im Rennen folgte war noch um Klassen besser.
Zuerst ein neuer Rundenrekord mit stehendem Start von 127.8 mph auf den ein weiterer Rekord mit 127.9 mph in der zweiten Runde folgte. Nicht verwunderlich, dass McGuinness nun auch den Rennrekord gebrochen hat. Ein toller Tag für Honda, denn neben McGuinness konnte Ian Lougher den zweiten Platz belegen, so dass Honda die vordersten Plätze mit den beiden CBR1000RR belegt.Dritter wurde Ian Hutchinson auf Kawasaki.


04.06.2006
„Mad Sunday“ … „verrückter Sonntag“. Wer bei diesem Begriff keine Gänsehaut, beschleunigten Puls, feuchte Handflächen und einen mindestens mittelschweren Adrenalinkick bekommt, der hat diesen kollektiven Volkswahnsinn der Superlative entweder noch nicht miterlebt, oder ist vollkommen unempfindlich gegen jegliche Emotion. Es ist der 1. Sonntag im Juni. Der Tag nach dem 1. Renntag einer jeden Tourist Trophy. Die Massen sind heiss, Motorsport pur wird bereits seit einer Woche auf der Insel gelebt. An diesem Sonntag wird ein Teil des Mountaincourse (von Ramsey an durch die Berge) als Einbahnstrasse ausgewiesen (und nicht wie oft fälschlicherweise behauptet der gesamte Kurs). Ab dem frühen Morgen fahren zunächst hunderte, bald darauf bereits tausende Biker im Uhrzeigersinn um den Kurs, der ausserhalb der teils gesperrten Strecke auch am Mad Sunday ganz normale für den Strassenverkehr freigegeben ist … zumindest theoretisch. Praktisch gibt es kaum Lebensmüde, die es wagen, gegen den Uhrzeigersinn die Strecke zu benutzen. Wer aber mal das Gefühl eines Geisterfahrers rechtlich abgesichert erleben möchte, hätte hier die Gelegenheit. Gegen Mittag, wenn die frühen Fahrer noch auf dem Kurs, die späten schon auf dem Kurs und die ganz harten sowieso auf dem Kurs sind, wird es richtig eng, denn auch die Geschwindigkeitsbegrenzungen ausserhalb der Mountains scheinen an diesem Tag eher Empfehlungen als Tempolimits zu sein. Und so ist es eher die Regel, als eine Ausnahme, dass der Durchmesser eines Vorderreifens grösser ist, als der Abstand selbigens zum Hinterrad des Vordermanns. Und das bei Geschwindigkeiten jenseits der 100 km/h. Bedenkt man, dass sich hier gleichzeitig eifrige Rennfahrer, gemütliche Tourer, Action suchende Streetfighter und Sightseeingausflügler auf 2 Rädern einen, maximal zwei Fahrstreifen teilen, grenzt es schon an ein Wunder, dass vergleichsweise wenig schwere Unfälle passieren. Doch nicht nur auf dem Kurs, auch am Streckenrand ist der Mad Sunday etwas ganz besonderes. Ein toller Anblick diesen nie enden wollenden Strom aus Motorrädern an sich vorüber ziehen zu sehen und die Hobbyrennfahrer beim Nacheifern ihrer Idole zu beobachten und je nach Standpunkt, sollte man auch als Zuschauer aus Gesundheitsgründen bei dem einen oder anderen fahrerischen Manöver die Beine in die Hand nehmen oder einen beherzten Sprung zur Seite wagen. Wer den Mad Sunday mit einer gesunden Mischung aus Vorsicht und Abenteuerlust begeht, wird ein unvergessliches, unvergleichliches Ereignis erleben und sich am Ende des Tages DEN Verkaufshit der Tourist Trophy in Form des T-Shirt’s „I survived Mad Sunday“ (ich habe den Mad Sunday überlebt) überstreifen.
Im Bild: Nichts geht mehr! Stau in den Bergen nach der kurzzeitigen Vollsperrung des Mountaincourse aufgrund eines Unfalls am Mad Sunday. Binnen Minuten sah man soweit das Auge reicht nur Motorräder.Nach 20 Minuten ging es aber bereits weiter.


05.06.2006
Gestern war dann wieder Renntag. Und wir wieder als Marshalls eingeteilt.Im Vergleich zu unserem ersten Einsatz kamen wir diesmal an Quarterbridge zum Einsatz, einem der Unfallschwerpunkte der letzten Jahre. Dass das alles weniger locker war, als bei unserem ersten Einsatz merkte man schon an dem reichhaltigeren Equipment. Handschuhe gehörten zur Erstaustattung, ein "Enterhaken" um Teile von der Fahrbahn zu ziehen und Ölbindemittel an jeder Ecke. Quarterbridge ist eine recht langsame, enge Kurve in der die Fahrer von ca. 160 mph weit hinunterbremsen müssen um die ganz normale Strassenkreuzung zu umrunden. Beim Superstock Rennen war das alles noch problemlos machbar, aber beim zweiten Rennen des Tages, dem Seitenwagenrennen, merkte man schon, wenn ein Fahrer sich verbremst oder ein Schmiermaxe sich nicht weit genug rausgelehnt hatte. Da verlor schon mal öfter einer die Linie und brachte uns zu einem präventiven Sprung zur Seite. Zum Glück haben aber doch alle die Kurve bekommen, bis auf einen Seitenwagen, der nicht ganz um die Ecke kam, aber wenigstens noch kontrolliert zum Stehen. Der Fahrer hat dann auch aufgegeben und wollte nicht wieder auf die Strecke zurück. Etwas, was bei der TT häufiger passiert als wir dachten. Nach dem Rennen war noch eine Trainingsrunde angesetzt, in der es nochmal spannend wurde, als Adrian Archibald die Kurve erst im letzten Moment nehmen konnte. Ein Waliser, der ebenfalls in unserer Gruppe war, bemerkte dazu nur lapidar "das kriegt der seit Jahren schon nicht hin, und sowas ist ein TT Winner" Hätte man uns das vorher gesagt, dass Archibald seine Maschine beinahe weg wirft, hätten wir uns das Herz nicht aus den Waden wieder nach oben massieren müssen, aber so sass der Schrecken erst einmal tief.


06.06.2006
Heute war mal ein ruhiger Tag angesetzt. Es war rennfrei und wir nutzten die Gelegenheit zum Waschen und Ausruhen. Am Abend natürlich der tägliche Gang zur Promenade, wo die ganze Rennwoche über jeden Tag ein Spektakel das andere Jagd. Ob Stuntfahrer auf 2 oder 4 Rädern, ob Raketengetriebene Quads, die die Promenade entlangkatapultiert werden, oder leichtbekleidete Mädels, die auf der Bühne Werbung für eine Tabledancebar machen, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Herausragender Höhepunkt heute war der Auftritt der Purple Helmets, einer Stuntgruppe die aus ca. nem Dutzend lokaler Biker besteht, die auf 90er Hondas jede Menge Spass machen. Als Fahrzeuge dienen ausschliesslich die 90er Hondas, und eine MZ, die als Seitenwagen umgebaut ein Klavier transportiert, auf dem dann während der Fahrt gespielt wird. Wirklich witzige Sache, was die Jungs da auf die Beine stellen: Showeinlagen wie Mülltonnenrennen, Salto mit nem Rhönrad, Kuchenschlachtkatapult oder lebende Pyramiden sind nur einige Punkte, die garantiert daneben gehen, aber grade deshalb um so mehr Spass machen. Und wem das Programm nicht gefällt, der kann sich nebenan in Bushy's Tent die Livemusik anhören, die jeden Abend die Gäste bei Laune hält. Es ist halt alles eine riesige Party.


07.06.2006
Am Mittwoch war Renntag: Morgens startete das Junior Supersport TT (400 - 600 cc). Knaller war bei diesem Rennen, der harte Kampf zwischen McGuinness und Hutchinson, die sich aber auch gar nichts schenkten. Letztendlich konnte sich McGuinness mit seinem 10.(!!) TT Sieg und einem erneuten Laprecord durchsetzen. Hutchinson, der zweiter wurde, wurde nachträglich wegen eines technischen Regelverstosses disqualifiziert. So nah liegen Erfolg und Misserfolg beieinander. Da das Rennen wegen Nebel um mehr als 2 Stunden verschoben wurde und unser Kulturprogramm dem Rennprogramm sehr weit hinterhinkt, beschlossen wir, das zweite Seitenwagenrennen ausfallen zu lassen und nach Laxey zu fahren um dort mit der Snaefell Mountain Railway den höchsten Berg der Insel, den Snaefell (621 Meter), zu erklimmen. Bei klarem Wetter soll man von seiner Spitze vier alte Königreiche sehen: England, Schottland, Irland und Das Königreich Gottes. Je nach Intensität der romantischen Veranlagung kommen noch Wales, die Insel Man selber und die See hinzu, aber bei 7 Königreichen ist dann aber endgültig Schluss. Wir hatten natürlich keinen klaren Himmel, und konnten mit viel Mühe und Not (und trotz herrlichstem Sonnenschein) grad mal die Küste erkennen.


08.06.2006
Heute war wieder rennfrei, so dass unser Kulturprogramm noch ne Chance bekommt. Als erstes sind wir bei schönstem Wetter und klarem Himmel (der Snaefell lässt grüssen) die Küstenstrasse von Douglas nach Laxey gefahren um uns das weltgrösste Wasserrad, die Lady Isabella, anzusehen. Dieses Rad diente im 19. Jahrhundert dazu, das Wasser aus den Minen zu pumpen und während überall auf der Welt die Dampfmaschine ihren Siegeszug feierte, war Kohle auf Man knapp und Wasser reichlich, so dass der Weg frei war für ein Meisterwerk der Technik, welches uns noch 150 Jahre später begeistert. Natürlich sind wir stilecht die letzten 300 Meter mit der Laxey Mines Railway angereist, einer Schmalspurbahn, die nicht schneller als ein Fussgänger ist, aber es macht halt Spass, und mit dem 1 GBP für ein Returnticket, hilft man, die Linie zu erhalten, also sei es drum. Von der Spitze des Rades hat man einen wundervollen Ueberblick über Laxey und das Wasser unter einem, welches das Rad dreht, kühlt zusätzlich. Eine grad mal ausreichende Belohnung für die Strapaze, die engen, kleinen, schiefen, nassen Wendeltreppen hochzugehen, auf denen man neben Gegenverkehr auch noch mit plötzlich auftauchenden Balken in Kopfhöhe zu rechnen hat. Nach dem Rad wollten wir zum nördlichsten Punkt der Insel, dem Point of Ayre. Von Laxey aus also wieder über die Küstenstrasse auf nach Ramsey und weiter nach Norden. Wer jemals die westliche Gardesana mit dem Motorrad befahren hat, kann sich in etwa vorstellen, welch Anblick sich uns bot... allerdings fast ohne Verkehrsaufkommen im Ggs zur Gardesana. Der point of Ayre hat nen Leuchtturm und ist ein Anlaufplatz für Biker. Das wars auch schon. Wer sich sonnen möchte und (so wie ich) mehr auf Kies- denn auf Sandstrand steht ist hier genau richtig. Auch ausgedehnte Wanderungen durch die Küstenlandschaft sind hier möglich (nix für mich bei über 23 Grad und Lederoutfit). Also haben wir die die Küste weiter unter unsere Reifen genommen (ich kriege von dieser Strasse einfach nicht genug) und haben uns auf nach Peel gemacht. Dieser ORt liegt im Westen der Insel. Hier geht es schon etwas ruhiger zu, da Peel nicht direkt am Mountaincourse liegt. Trotzdem oder grade deswegen hat Peel seinen ganz eigenen Charme und ein bisschen was von einem britischen Seebad. Und keine Angst, obwohl der Ort nicht am Kurs liegt, ist Peel voll in das Rahmenprogramm rund um die Tourist Trophy integriert: Flying Arrows, Purple Helmets, diverse Motorradmarken, die ihr Markentreffen in Peel abhalten.. und, und, und. Darüber hinaus bietet Peel auch das weltbeste Eis. Zumindest steht das draussen auf den Schaufenstern bei dem Eisladen in Peel und die Schlange vor dem Laden scheint ihn zu bestätigen. Wir haben uns dann auch mal angestellt und nach intensivem Genuss wagen weder Sven noch ich der Werbung zu widersprechen. Wirklich, allein dieses Eis ist eine Reise nach Man wert. (Ich wollte mich ja nochmal anstellen, aber Sven drängelte wir hätten keine Zeit). Peel gilt darüber hinaus als Sunset City der Insel, aber wenn der "schönste Sonnenaufgang Mans" stattfindet, schlafen wir noch. Darüber hinaus sagt man Peel nach, die härtesten Seemänner zu haben. Ein Denkmal für die Seeleute, die über 150 Menschen 1915 von der Lusitania gerettet haben unterstreicht diese Legende ein wenig. Da wir Abends noch bei einer dem Gin fröhnenden alten Lady eingeladen waren, die aber auch wirklich jedes Getränk mit irgendetwas alkoholischem zu verdünnen wusste (Whiskey mit Milch war mir vollkommen neu) war unsere Zeit in Peel auch begrenzt.


09.06.2006
Heute war der letzte Renntag der Tourist Trophy und es stand die Lap of Honour/Classic Parade auf dem Programm. Bis zu 140 Teilnehmer haben sich für dieses Spektakel angemeldet, bei dem eine Runde lang Fahrzeuge aus 6 Jahrzehnten TT-Geschichte eine Runde drehten. Giacomo Agostini war sicherlich der Topfahrer in einem recht bekannten Feld, aber auch der diesjährige Publikumsliebling und mehrfache Abräumer John McGuinness war dabei. Anschliessend sind wir nach Peel gefahren. Offiziell um an einer Besichtigung der berühmten Kipperfabrik teilzunehmen, aber zumindest ich muss für mich in Anspruch nehmen, dass ich ein Eis bei Davisons im Hinterkopf hatte , aber dass natürlich nur am Rande. Manxkippers sind eine speziell geraucherte Heringsart und nur auf der Isle of Man zu bekommen. Auch für mich als absolutem Fischgegner also ein Grund, die Tour mitzumachen. Das Ganze ist mehr oder weniger ein Familienbetrieb, der aber weltweit exportiert.. und zwar per Post. Denn man kann sich die Kippers für relativ wenig Geld überall hinschicken lassen, damit man nirgendwo auf der Welt auf seine Manxkippers verzichten muss. Die Tour, die auch durch die dreigeschossigen (!!) Räucheröfen führte dauerte ca. eine Dreiviertelstunde und danach hatten wir uns das Eis bei Davisons redlich verdient. Ich denke, das wird eines der Dinge sein, die ich am meisten vermissen werde. Leider bietet Davisons keinen ähnlichen Service wie die Kipperfabrik an, ich würde jede Woche ne Bestellung aufgeben. Nach dem Eis sind wir noch ein wenig am Peel Castle an der Küste entlang geschlendert, bei traumhaften Wetter und einem Postkartenmotiv neben dem nächsten. (Ich muss meine Speicherkarten heute schon wieder leeren und auf CD brennen). Unsere Hoffnung die riesigen Basking Sharks (vom Aussterben bedrohte, planktonfressende Riesenhaie, die vor der Isle of Man in relativ grosser Zahl leben) zu sehen, wurde leider nicht erfüllt und auch die Seehunde, die sonst nahezu an jeder Ecke zu finden sind, liessen sich nicht blicken. So haben wir uns dann wieder unserer guten Bekannten, der Küstenstrasse zugewandt, die wir von Peel nach Port Erin gefahren sind. Ein Genuss in Reinkultur. Menschenleere Strassen, Kurven, Felsen, Meer, Sonnenuntergang... man könnte glatt romantisch werden. Es macht Spass, sich einfach nur aufs Motorrad zu schwingen und irgendwo über diese Insel zu fahren. Abends beim Bier im Pub haben wir uns dann noch ein wenig über die Dinge unterhalten, die die Welt bewegt: Es lauft eine Diskussion über ein generelles Tempolimit von 60 mph auf der Insel. Die Hälfte der Manx sind dafür, die Hälfte dagegen. Die IOM ist der einzige Ort der Erde, wo man auf Landstrassen noch mal nach Lust und Laune Gas geben kann, und dieses Recht wollen die Manx natürlich nicht so einfach verlieren. Nur der Rennfahrer Carl Rennie vom Team Hawk Kawasaki, der neben uns beim Marshallsdinner sass,meinte: "Ich bin für ein Tempolimit! Am besten schon Morgen, dann habe ich mit meiner langsamen Maschine beim Superstock wenigstens ne Chance unter die ersten 10 zu kommen". Wie ernsthaft Änderungen im Verkehrsrecht hier begleitet werden, durfte die erste stationäre Radarfalle an der Ballaugh Bridge erfahren: Ein mit Benzin getränkter Reifen wurde ihr umgelegt und sie wurde unter dem Gejohle der Massen in Brand gesetzt. Denn um dort mit dem Bike einen der berühmten Sprünge zu machen, muss man zumindest etwas schneller als erlaubt sein. Und es existieren viele Geschichten von Bikern, dass in früheren Jahren die Polizei sogar das Erinnerungsfoto gemacht hat, wenn Touris dort versucht haben zu springen.


11.06.2006
Nachdem wir den gestrigen Tag mit Packen und Faulenzen verbracht haben ist heute der Tag der Verabschiedung von Man. War das wirklich schon der Urlaub? Mit der Fähre um 8.45 h verlassen wir den motorradfreundlichsten Flecken Erde. Und das bei dem besten TT-Wetter seit 1938. Mit uns sind noch einige Teams und jede Menge anderer Motorradbegeisterter auf der Fähre. Die ruhige Überfahrt endet nach 4 Stunden in dem wohl "hässlichsten Fährhafen des Vereinigten Königreichs": Heysham (gespr. Hischimm). Da wir auch eine halbe Stunde Verspätung haben, machen wir uns direkt auf den Weg zur M6 Richtung Schottland. Doch was sehen wir!! Eine Gruppe Fans steht am Strassenrand mit einem Transparent und beglückwünscht "King John" zu seinen mittlerweile 11. TT-Sieg. War der Star der 2006er Tourist Trophy etwa mit uns auf der Fähre??? Egal. Wir müssen nach Schottland, die Zeit drängt! Hinter Carlisle verlassen wir die Autobahn, um ein wenig schottische Landschaft zu geniessen. Es geht über Dumfries Richtung Kilmarnock, wo wir von einem Schotten mit den Worten "Ihr kommt aber von weit her. Willkommen in Kilmarnock" begrüsst werden. Na, die Schotten sind zumindest nicht mit Freundlichkeit sparsam. Hinter Glasgow kommen wir unserem Tagesziel näher und näher: Loch Lomond, wo wir in Luss einen netten Campingplatz finden, auf dem wir die Nacht verbringen. Mit Blick auf den See campen wir direkt am Seeufer.


12.06.2006
Mitten in der Nacht überraschte uns der Regen. Doch die Motorräder standen auf dem Hauptständer und das Zelt hielt dicht. Um 6 Uhr sollte es weiter gehen Richtung "Road to the Isles", einer herrlichen Panoramastrasse. Doch da es noch wie aus Eimern schüttete, drehten wir uns nochmal um. Gegen 10 Uhr schloss sich der Himmel wieder und wir machten uns abfahrbereit. Doch nach dem Duschen dann der Schreck: Meine Honda Deauville war umgefallen und mit dem Windschild direkt auf Den Auspuff der NTV650: Scheibe kaputt. Dazu noch ein paar Kratzer an der Seite von einigen Steinen im Gras. Das hatte grade noch gefehlt. Also Programmänderung: Hondamotorradhändler in Schottland finden. Es gibt deren grad mal 4 in ganz Schottland. Mit telefonischer Hilfe von Angela in Deutschland haben wir einen der vier dann auch gefunden und der hatte sogar eine gebrauchte Scheibe da. Also ab nach Glasgow und Scheibe tauschen. Das wars dann mit der "Road to the Isles". Aber ein bisschen wollten wir doch noch Motorrad fahren und so haben wir eine schöne Abendtour in die Highlands (zumindest Anfang der Highlands) nach Glencoe gemacht.


13./14.06.2006

Einmal quer durch Schottland von West nach Ost. Unser Ziel heisst Edinburgh, die zweitgrösste Stadt Schottlands ( ca. 300.000 Einwohner ). Dort hatten wir ein Zimmer in einem "lovely" Guesthouse mit Namen Kirklea gebucht.
Die Hauptattraktion der schottischen Haupstadt ist das Castle, für dessen Besuch man einen ganzen Tag einplanen kann. Täglich um 13 Uhr wird von der Burg aus die „one-o’-clock-gun abgefeuert. Eine Zeremonie, die nahezu jeden Burgbesucher um diese Zeit anlockt. Zu späterer Stunde sollte man es sich nicht entgehen lassen, an einer der geführten Geistertouren mit so klangvollen Namen wie "City of the Dead" teilzunhemen, bei der man Einblick in die Geschichte und die Geisterwelt der Schotten bekam und beinahe auch noch den MacKenzie-Poltergeist zu sehen bekommen hätte (nun ja... beinahe).

Abends hat man sich dann auf der Royal Mile das eine oder andere Pint verdient um auf einen rundum gelungenen Urlaub anzustossen und die letzten Tage und Wochen noch einmal Revue passieren zu lassen.


15.06.2006
Am Donnerstag hiess es dann auch von Schottland Abschied nehmen und ab nach Newcastle zur Fähre. Die Fahrt über die Landstrasse an der Küste entlang war sehr angenehm und ein schöner Abschluss unserer Fahrt. Auf der Fähre konnten wir bei einem ominösen Buffet unseren Hunger stillen, bevor uns die Wellen in den Schlaf schaukelten und uns die Queen of Scandinavia nach Amsterdam brachte. Am Freitag Morgen kamen wir dann nach drei Wochen endlich wieder auf dem Festland an. Und einige Stunden später hatte die Heimat uns nach dreieinhalbtausend Kilometern auch wieder.
Viele Fotos, viele Eindrücke, ein paar Macken an der Honda Deauville, aber es war es wert und eine tolle Erfahrung.


Kommentar zu diesem Bericht schreiben? Bitte im Gästebuch

Hier geht es zur Isle of Man Übersichtsseite




Home

Zuletzt geändert am Donnerstag, 12. Juli 2007

Ranking-Hits