Belgische Küste - Ruhrgebiet Sommer 2007
16.- 18. August 2007


Ein kleiner Reisebericht. Viel Spaß!

Eine mehrtägige Anreise zum Urlaubsort meiner Familie war ursprünglich beabsichtigt.
Inspiriert durch nette Tips anderer, eigener Recherche und Unterstützung mit Hinweisen und Karten des ADAC, wurde eine Mammutstrecke ausgearbeitet.
Beginnend im Ruhrgebiet sollte es durch das Sauer- und Bergische Land Richtung Eifel und Ardennen gehen
Das belgische "Plattland" bis hoch zur Küste sollte die letzte Etappe werden. Soweit die Theorie. Die Praxis lief dann wie immer etwas anders -
in diesem Fall etwas nasser als erwartet! Naja, dachte ich, wenn es heute so schlimm regnet, dann ist es morgen sicher trocken.
Falsch! Leider wurde es Übermorgen auch nichts. Also noch einen Tag gewartet und noch einen... Daheim ganz allein ist mir auch langsam die Decke auf den Kopf gefallen. Am Donnerstag gings nicht mehr anders- ich musste los!
Also die Regenpelle an und auf direktem Weg über die Autobahn an die belgische Küste. Nass bis auf die Knochen kam ich nach ca. 400 km am späten Nachmittag in Bredene an.

.... Ich genoss die Ferientage mit meiner Familie, freute mich aber insgeheim schon auf meine Rückfahrt!
Die ursprüngliche Strecke wurde etwas abgespeckt und heraus kam eine 3-Tages-Tour mit hohem sight-seeing Anteil.


1. Tag "Belgien Pur"

Bredene - Mouscron - Beloeil - Mons/Bergen - Jeaumont (F) - Philipville - Namur




Punkt 9.oo Uhr nach dem Frühstück habe ich mich von meiner Familie verabschiedet und bin in Bredene losgefahren. Durch den Nachbarort Oostende ging es erstmal weiter südlich Richtung Ieper/Ypres und dann immer scharf an der französischen Grenze entlang. Bei meiner Planung vergaß ich völlig, daß in dem größten Teil Belgiens französisch gesprochen wird. Ich verstand leider kein Wort!
Dies erwies sich aber nicht als Nachteil, sondern bereitete manchmal richtig Freude, wenn man irgendwo nach dem Weg fragen musste: Ausnahmslos ALLE gefragten Passanten versuchten mir "mit Armen und Beinen" zu erklären wo es lang geht. Die Speisekarte wurde taktisch gelesen, denn Spaghetti Carbonara heisst auf Französich Gott sei Dank auch so - ich musste also nicht hungern! Unterwegs kam ich an eine geschlossene Schrankenanlage und wartete darauf das der Zug endlich kommt - da hob sich plötzlich die Straße...
Ich hätte gern meine dummes Gesicht in der Situation gesehen. Klasse!



Menen /Menin, Mouscron und Tourai waren die nächsten Etappenziele. Die Strecke bis hierher war völlig plattes Land, hatte aber trotzdem ihren Reiz: Menschenleere Alleen, teilweise noch mit Kopfsteinplaster, Grün wohin das Auge sieht.



Kleine Orte und Dörfer in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Der Ort Beloeil und dessen Schlossanlage lud dann zu einer kurzen Rast ein.





Die erste große Pause wurde am frühen Nachmittag in Mons/Bergen gemacht. Den Hinweis hierfür fand ich einem ADAC-Reisführer. Dort stand, dass der meistfotografierteste "Einwohner" der Stadt ein kleiner gußeisener Affe ist, der an der Rathausfassade links neben dem Torbogen angebracht ist.



Es soll nämlich Glück bringen, wenn man diesen Affen mit der linken Hand über den Kopf streichelt. Da man allein unterwegs immer etwas Glück gebrauchen kann, lies ich mit diese Streicheleinheit nicht nehmen.Später konnte ich aus einem Cafe heraus beobachten, wie Hunderte das arme Äffchen befummelten. Teilweise sogar ganz schnell, im vorbeigehen!



Nach einem kurzen Abstecher durch Frankreich, genauer durch die Gegend um Maubeuge, ging es dann durch Beaumont und Philippeville nördlich Richtung Namur. Die Landschaft wird nun zusehends hügeliger. Gut so!
In Namur suchte ich mir ein Nachtquartier in Form eines schön gelegenen Zeltplatzes. Ich schlug mein kleines Zelt in der nähe von drei holländischen Bikern auf und machte mich erstmal etwas frisch.



Der Hunger nagte langsam und die Stadt Namur mit ihrer großen Citadelle wartete auf die Erkundung durch mich. Nach dem Abendbrot bei Pizza-Hut (so umschifft man galant die sprachlichen Hürden) gings noch zu Fuß durch die Altstadt. Vor dieser Stärkung habe ich mir allerdings die imposante Festungsanlage angesehen. Wow! In diesem Fall sagen die Bilder mehr als Worte.Hier nur eine kleine Auswahl. Mehr gibts unten im "Album"!













Um 23.oo Uhr bin ich dann schließlich totmüde in meinen Schlafsack gekrabbelt - eine Tagesetappe von 378 km nur über Land- und Nebenstraßen und ´ne Menge Meter zu Fuß gehen nicht spurlos an einem vorüber. Gute Nacht!

2. Tag "Ardennen und das Hohe Venn"

Um 6.45 Uhr weckte mich meine innere Uhr und die aufgehende Sonne.



Die Nacht war so... Naja! Egal, auf so einer Tour gehört Camping wohl auch zum Pflichtprogramm.

Erstmal warm bzw. heiss duschen - das weckt die Lebensgeister wieder auf.
Meine holländichen Nachbarn machten das anders - sie kifften erstmal grinsend einen "Frühstücksjoint".
Die Kulturen sind wohl doch etwas verschieden.
Nachdem das Campinggedöns verstaut war, rollten um 8.45 Uhr die Räder nochmal ins Zentrum von Namur: Ich wollte von dieser schönen Stadt einen Aufkleber für mein Topcase haben.
Was sich so einfach anhört, entpuppte sich zur Herausforderung. Da alle Geschäfte erst um 10.oo Uhr öffneten, führte mich mein Weg ins Rathaus von Namur. Diese Aufkleber mit dem Wappen der Stadt gibts bei meinem Arbeitgeber beim Amt für Öffentlichkeitsarbeit. In Namur leider nicht! Ein freundlicher Angestellter (Alain) mischte extra für meinen Aufkleber das halbe Rathaus auf, nach etwa 10 Telefonaten und ca. 40 Minuten später verabschiedeten er und seine Kolleginnen mich mit den Worten "Have a nice trip" am Haupteingang des Rathauses.
In der Hand hielt ich den begehrten Aufkleber! (Die ersten Geschäfte machten nun gerade auf!)



Entlang der Maas ging es Richtung Dinant. Ein herrliches Fleckchen Erde! Der Erfinder des Saxophons, Adolphe Sax, wurde hier übrigens geboren.
Nach dem Tanken der Maschine schrie auch ich nach "Kraftstoff".
Den ersten Kaffee des Tages nahm ich im Hauptquartier des Harley-Davidson Clubs Belgien in Dinant zu mir.



Die Jungs bestaunten das "deutsche Mofa" und ich hatte Gelegenheit über den Markt zu schlendern.





In weiterer Tip aus dem ADAC-Führer ist die Höhle von Dinant, die "Grotte la Merveilleuse".
Mit mehrern Holländern nahm ich an einer Führung teil. Wirklich interessant! (Weitere Bilder im Album)









So, Schluss mit Kultur, denn ich wollte ja fahren. Die Strecke von Dinant nach Marche-en-Famenne glich einer Achterbahn: Eine Aneinanderreihung von Kurven, Bergen und Tälern. Absolute Spitze! Doch wo viel Licht ist, da ist auch etwas Schatten:



Schwarze Wolken zogen auf, als ich zwischen Hotton und Rendeux endlich ein gemütliches Restaurant für die Mittagsrast gefunden hatte. So wurde erstmal nur das Moped nass. Leider blieb es nicht dabei. Unterwegs musste ich mich doch in die Regenpelle quälen. Nur gut, das gerade eine "Umkleidekabine" am Wegesrand stand. Die anderen Leute, die auf den Bus warteten, halfen mir beim anziehen.

Von der Burgruine, welche ich in LaRoche besichtigen wollte, konnte ich wegen des Platzregens nur ein paar Fotos machen.





Danach gings direkt weiter. Erst etwas südlich nach Houffalize, dann nördlich Richtung Malmedy. Doch auch mit nasser Fahrbahn erwies sich die Streckenführung durch die Ardennen als traumhaft.







Als kleines Highlight am Abend besuchte ich noch die Formel-1-Rennstrecke in Spa. Ist schon genial, sowas mal live zu erleben. Als ich den Rundkurs erreichte, wurde gerade das Qualifying für den am Folgetag stattfindenden Porsche-Cup beendet. Nach freundlichem Anfragen, wurde mir sogar der Zutritt zur Rennstrecke gestattet. So stand ich mitten auf der Fahrbahn und konnte Fotos machen. Auch den Blick ins Fahrerlager und die Boxengasse erlaubte man mir. Nicht nur die verschiedenen Teams liessen sich hier nieder, auch das Fernsehen hatte die Kameras schon aufgebaut. Über die menschenleere Sitztribüne gings zurück zum Parkplatz.











Oh, da hat ja noch jemand einen guten Geschmack... Schnell eine Visitenkarte der Ruhrpott-Viller hinterlegt und in der einsetzenden Dunkelheit ab nach Monschau.



Ich wurde langsam müde und hatte noch kein Quartier für die Nacht.
Da ich keine Lust auf eine weitere Nacht im Zelt hatte und mir ein Hotel definitiv zu teuer war, führte mich mein Weg auf die Burg Monschau, welche eine Jugendherberge beheimatet.



Nach kurzer Verhandlung mit dem Zivi, konnte ich um 22.10 das "Verlies" beziehen und kurz darauf in mein Bettchen krabbeln. Gute Nacht!



Nach 289 Tages-Km bin ich schnell eingeschlafen.

3. Tag "Durch die Rureifel nach Köln"

Nach einer ruhigen und entspannten Nacht hinter dicken Burgenmauern, musste mich der für den Notfall gestellte Wecker gegen 7.45 Uhr aus dem Schlaf reissen. Kein Familie die einen weckt, keine Holländer die morgens schon kiffen müssen - einfach Ruhe! Nach dem Duschen ganz entspannt zum Frühstück gegangen.



Ich mußte zu meiner Freude feststellen, daß die Jugendherbergsbesuche meiner Schulzeit und dieser grundverschieden waren. Es war nicht die letzte Übernachtung in einer Jugendherberge - eine echte Alternative zum feuchten Zelt und zum überteuerten Hotel allemal.
Als ich Monschau verließ, waren die Bordsteine noch nicht wieder heruntergeklappt!
Die Eifel wartete auf mich und was in den Ardennen mit reichlich Kurven anfing, ging hier in gesteigerter Version weiter.



Es war vollkommen egal in welche Straße man einbog, man hatte immer Wald und Kurven. Ich bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht! Als mir vor lauter Berg-und-Tal-Bahn fast etwas schwindelig wurde, habe ich das Kloster Mariawald und einen in der Nähe gelegenen Soldatenfriedhof besucht.





Weiter gings über die schönsten Straßen der Rureifel nach Heimbach und danach in ein kleines Städtchen namens "Schmidt", welches ich nur für ein Foto vom Ortseingangsschild aufsuchte.



Durch Nideggen gings Richtung Düren, von dort dann nach Kerpen zur Kartbahn des mehrfachen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher. Wenn man mal in der Gegend ist, sollte man den Abstecher ruhig machen. Ist nur etwas schade, dass alles hier sehr aufs Geldverdienen ausgelegt ist. Einen Aufkleber der Kartbahn für mein Topcase gabs nicht, aber ich hätte org. Michael-Schumacher-Badeschlappen kaufen können. Albern!





Den ursprünglichen Plan, nach Köln zum Dom zu fahren verwarf ich kurzfristig und fuhr statt dessen zum Lagerverkauf von Polo und Hein-Gericke nach Düsseldorf. Von dort aus ging es dann zwar über die Autobahn aber sehr bedächtig wieder durch das geliebte Ruhrgebiet zurück nach Hause.
Passend zum Kaffee kam ich nach 304 Tages-Km um 16.45 Uhr in Lünen an.



Ziel erreicht! Nach ca. 1.400 Km

Fazit:

Ich habe seit 2001 eine Mehrtagestour geplant und jedesmal kam etwas dazwischen! 2007 hats endlich geklappt. Es war eine tolle Tour, auf der ich viele Schöne Dinge gesehen habe, auf der ich einige nette Menschen kennengelernt habe und die nur so nach einer Wiederholung schreit! Doch sollte man diese Tour nicht unbedingt allein machen, da die Stille unterwegs teilweise schon greifbar war und mir persönlich doch manchmal das Gespräch fehlte.
Eine Wiederholung wird es in 2008 geben - Belgien die 2. !
In diesem jahr werde ich von der Küste nach Luxemburg zu einem Motorrad-Treffen fahren - Der Bericht folgt dann

P.S.: Es war nicht nur meine erste größere Tour, sondern auch der erste Bericht dieser Art.
Ich hätte nie gedacht, daß es soviel Arbeit macht ;-)
Über Lob und Kritk im Gästebuch würde ich mich dehr freuen!


Wie im Bericht versprochen, gibts noch zusätzliche Fotos:

Fotoalbum

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Zuletzt geändert am 03.10.2008

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